Andacht

Weihnachten 2020

Krippenspiel

Aufgrund der Absage der Weihnachtsgottesdienste kann auch unser Krippenspiel nicht live aufgeführt werden.
Stattdessen wird es in Kürze auf dem Youtube-Kanal unserer Gemeinde veröffentlicht.

Unsere Kirchentüren sind geöffnet und es liegt dort die Weihnachtspredigt zum Mitnehmen aus, die wir auch nachfolgend veröffentlichen wollen.


Weihnachtspredigt (Pastor i.R. Wiemer)

Liebe Gemeinde an Weihnachten!

Liebe Schwestern und Brüder in Christus Jesus!

Dieses Jahr ist Weihnachten anders: Mit Beschränkungen und Einschränkungen persönlicher Begegnungen, mit zahlreichen Vorschriften. Das kann einen schon wehmütig stimmen – und auch traurig: Wenn wir die hohen Opferzahlen sehen und die Furcht vor einer weiteren Ausbreitung des Virus. Die Zukunft erscheint ungewiss. Wir werden uns unserer Endlichkeit bewusst.

Und dennoch: Weihnachten ist immer noch Weihnachten. Die Weihnachtsbotschaft ist immer noch die Gleiche, wie sie schon unsere Eltern und Großeltern und die Generationen davor gehört haben – oft auch in schweren Zeiten:

Von der Geburt Jesu in Bethlehem; von der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus; von den Hirten, Menschen wie du und ich; von den Engeln.

Aber vielleicht hören wir sie in diesem Jahr ganz anders, machen neue Erfahrungen mit Weihnachten, gute Erfahrungen, die wir in normalen Zeiten nicht machen würden.

„Fürchtet euch nicht!“ spricht der Engel. „Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

Der Engel sagt, dass Gott an uns, deren Freude gedämpft ist, Wohlgefallen hat. An uns, die wir verunsichert sind, nicht wissen, was die Zukunft bringt. Wir sind Menschen, so wie wir sind, an denen Gott Wohlgefallen hat: Du bist nicht irgendjemand. Du bist weder entbehrlich noch austauschbar. Du bist der eine, unverwechselbare, von Gott geliebte Mensch. Du bist für Gott, um es mit einem Wort dieser Tage zu sagen, „systemrelevant“, total wichtig.

Jeder Mensch, egal wo er herkommt, wie seine soziale Stellung ist, ob gesund oder krank, alt oder jung, stark oder schwach, ist für Gott „systemrelevant“.

Du bist so wichtig, so relevant, dass für dich heute der Heiland geboren ist – Jesus Christus. Für dich ist er geboren und seinen Weg gegangen. Die Bibel sagt, sein Weg wird nicht in Glanz und Herrlichkeit verlaufen, sondern in Dunkelheit und Leiden bis hin zum Kreuz am Karfreitag, und dann wird er zum Vater auferstehen ins Leben an Ostern. Das ist auch unser Weg. Er wird uns führen über Höhen und Tiefen, durch Tage voller Mut und auch Tage verzweifelter Mattigkeit. Aber wenn die Tage auf dieser Erde durchlebt und durchlitten sind, dann soll unser Weg nicht enden, sondern weitergehen mit dem Christus, der in Bethlehem geboren wurde – hin zu einem neuen Anfang – in ein Leben in Ewigkeit

Der Engel im Feld von Bethlehem spricht vom Frieden auf Erden. Weihnachten war schon immer das Fest des Friedens. Wir leben in einer aufgewühlten Zeit. In einer Zeit, da die Nerven blank liegen. Wenn du ein Krippenbild zuhause hast, dann siehst du ein Bild des Friedens. Schau es lange an. In der Stille. Du wirst merken, dass Frieden in dir einzieht. Der Frieden Gottes, von dem die Bibel sagt, er sei höher als alle Vernunft.

Als das Kind in der Krippe ein Mann wurde, hat er gesagt:

Selig sind, die Frieden stiften, denn man wird sie Gottes Kinder nennen.

Möge Frieden in uns sein. Der Friede, der von der Krippe in Bethlehem ausstrahlt in unsere Wohnzimmer.

Und dass wir diesen Frieden weitergeben an unsere Mitmenschen; dass wir aufeinander achtgeben; dass wir Verantwortung für Gesundheit und Wohlergehen unserer Mitmenschen übernehmen; ja, und dass wir uns nicht abfinden mit den Infektions- und Todeszahlen: Hinter diesen Zahlen stecken Menschen – Menschen wie du und ich. Es sind unsere Omas und Opas, unsere Mütter und Väter, unsere Onkels und Tanten, unsere Brüder und Schwestern, unsere Freundinnen und Freunde hinter diesen Zahlen.

Weihnachten ist immer noch Weihnachten.

Wir könnten mit diesem Weihnachten 2020 auch neue Erfahrungen sammeln. Wie diese Erfahrungen auch immer sein mögen, die weihnachtliche Hoffnung, die frohe Botschaft von Jesus Christus gilt:

Von Herzen freundlich ist Gott.

Ein Licht aus der Höhe

wird uns besuchen,

wie die Sonne am Morgen aufstrahlt,

und wird uns allen erscheinen

in Finsternis und Schatten des Todes.

Er wird unsere Füße lenken

auf den Weg zum Frieden,

und der Friede wird

über unseren Schritten sein.

Amen (aus Lukas 1).

Andacht aus dem Gemeindebrief Nr. 174 (Weihnachten 2020)

„Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern" - wenn wir dieses Lied von Jochen Klepper im Frühgottesdienst am 1. Weihnachtstag um 6.00 Uhr hören, dann ist das ein besonderer Moment. Der heraufdämmernde Morgen erwartet uns nach Verlassen der Kirche. In der Kirche aber erhellt das warme Licht von Kerzen das tiefe Dunkel.

Jochen Klepper schrieb dieses Lied 1938 in einer wahrhaft düsteren Zeit, die mit nichts zu vergleichen ist.

„Auch wer zur Nacht geweint hat, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein."

Wir werden diese Worte in diesem Jahr anders hören und mitfühlen. Denn die dunklen Gedanken, die nachts unsere Köpfe besetzen, die haben in diesem Winter, an sowieso schon dunklen Tagen, besondere Macht.

Aber:

„Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt." So heißt es in der letzten Strophe. Auch in großer Angst und mit tiefen Sorgen bin ich nicht allein. Was für ein Trost!

In der dunklen Kirche am Morgen des 1. Weihnachtstages erscheinen nach und nach Konturen von Gesichtern. Wir nehmen uns wahr, Wärme entsteht, Verbundenheit. Ein Lächeln zu erkennen, da hebt jemand grüßend die Hand, der volle Klang der Orgel durchbricht die Stille.

Nein, den Kampf gegen das Virus werden wir nicht gewinnen, genau wie den gegen so manch andere Krankheit. Aber es muss uns auch nicht ganz und gar in Beschlag nehmen, so dass wir nichts anderes mehr wahrnehmen. Unser Kopf, unsere Herzen, die können frei bleiben für Gottes gute Botschaft, die wie jedes Jahr wieder von seinem Engel verkündet wird:

„Fürchtet Euch nicht! Ich verkündige Euch große Freude! Gott kommt Euch Menschen in einem kleinen schwachen Kind ganz nahe. Euch ist der Heiland geboren, der Friedefürst, der heil macht und in Sorgen tröstet!"

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