Andacht

Andacht aus dem Gemeindebrief Nr. 178 (Weihnachten 2021)

Bald ist sie wieder zu sehen - die schöne Krippe vor unserer Extener Kirche. Oder man kann auch Krippenlandschaft dazu sagen.

Ein ganzes Geschehen breitet sich da vor unseren Augen aus. Da sind die Schafe unter dem Nachthimmel von Bethlehem zu sehen. Und die Hirten, raue Gesellen, die sie hüten. Die drei Könige, die dem kleinen Kind kostbare Geschenke  bringen.

Und Maria und Josef, die Eltern, die gar nicht fassen können, welche Rolle ihr Sohn einmal spielen wird.

Er wird zum Retter der Menschen werden. Ohne seine Gnade und Liebe wären wir ja ganz und gar verloren: wir wären nur mit uns selbst beschäftigt und alleine gar nicht in der Lage, Kraft und Trost für unser Leben zu finden.

Er, Jesus, der Menschensohn, zeigt uns, was Barmherzigkeit und Gnade bedeuten, Vergebung und Nächstenliebe.

Er zeigt uns, dass unser Blick auf eine Welt ohne Tränen und Schmerz gerichtet sein kann.

Und dass es sich lohnt, Freude und Zuversicht hier in diesem Leben weiterzugeben.

Lassen Sie sich hineinnehmen in das Geschehen und erzählen Sie Ihren Kindern davon! Damit der Friede der Heiligen Nacht uns alle in unseren Häusern und Familien erreichen möge.

Ehre Sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen sein Wohlgefallen! Auch in diesem Jahr erklingt wieder der Gesang der Engel.

Gott kommt zu uns Menschen in unsere Tiefe. Als kleines Kind, das unsere Seelen heil machen und erheben kann.

Eine gesegnete Adventszeit und ein fröhliches Weihnachtsfest wünscht  Ihnen und Euch

Andacht aus dem Gemeindebrief Nr. 177 (Erntedank 2021)

Blickwechsel

Jetzt sieht man sie überall an den Wegrändern: Bunte Blumen, ein bisschen wild sehen sie aus. Alles Mögliche wächst da, manches hat sich auch selbst ausgesät. Blühende Disteln, allerlei Kräuter, Malven, Kornblumen…

Insekten summen herum, Schmetterlinge schaukeln durch die Luft. Wo früher abgemähte Straßenränder zu sehen waren oder womöglich Steine, ist immer mehr eine lebendige Vielfalt zu betrachten.

Es sieht anders aus als vorher, unordentlicher - je nachdem, wie wir diese Ränder ansehen. Oder auch lebendiger, wenn wir mal überlegen, wie viele von den Blumen verschwunden sind.

Es tut uns ganz gut, manches von verschiedenen Seiten zu sehen. Pflegeleicht ist nicht unbedingt ökologisch wertvoll. Und ein bisschen Unregelmäßigkeit kann sowieso nie schaden!

Gewöhnen wir uns doch mal an, nicht sofort vorschnelle Urteile zu fällen, sondern eher nachzufragen, warum etwas sich so verhält.

Wir sind dringend darauf angewiesen, die Vielfalt von Gottes Schöpfung zu erhalten - sie ist unsere Lebensgrundlage!

Freuen wir uns an den Farben und Gerüchen und dem Gesumme! Und seien wir dankbar für die Schönheit der Landschaft, die uns umgibt!

Auch hier lohnt es sich, den Blick zu vertiefen. Auch in vertrauter Umgebung gibt es immer wieder neue Perspektiven, je nachdem aus welchem Blickwinkel wir etwas betrachten.

„Wir leben, Herr, noch immer vom Segen der Natur.
Licht, Luft und Blütenschimmer sind deiner Hände Spur.
Wer Augen hat, zu sehen, ein Herz, das staunen kann, der muss in Ehrfurcht stehen und betet mit uns an.“

So ist es im Gesangbuch zu lesen (Nr. 641, 3).

 

Einen gesegneten Herbst in aller Fülle und voller erstaunter Blickwechsel wünscht Ihnen Ihre

Elisabeth Schacht-Wiemer

Predigt zum Sonntag Exaudi, 16.05.2021

Liebe Schwestern und Brüder!

Ich grüße Euch zum Sonntag Exaudi mit folgendem Lied:

 

In der Stille angekommen, werd ich ruhig zum Gebet,

große Worte sind nicht nötig, denn Gott weiß ja, wie´s mir geht.

Danken und loben, bitten und flehn- Zeit mit Gott verbringen.

Die Welt mit offenen Augen sehn,

Reden, Hören, Fragen, Verstehn. Zeit mit Gott verbringen.

Die Welt mit seinen Augen sehn.

 

Wer es kennt, summt es ein bisschen mit. Und es trägt Euch heute durch den Tag.

Der Sonntag Exaudi heisst: Höre. „Höre meine Stimme, wenn ich rufe“, heisst es im 27. Psalm.

Zum Hören braucht es Stille. Um Gott zu hören, braucht es einen Raum um mich herum. Damit meine ich nicht unbedingt einen Kirchenraum (obwohl der auf jeden Fall hilfreich ist). Ich meine einen gedanklichen Raum, einen geistigen Raum, der uns Gottes Stimme hören lässt.

Hören wir heute auf den Predigttext aus dem Johannesevangelium:

Am letzten Tag, dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief:

Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke!

Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fliessen. Das sagte er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht. (Johannes 7, 37-39)

Der Sonntag Exaudi ist wie kein zweiter bestimmt von der Bitte um den Heiligen Geist, von der Sehnsucht nach dem Wehen des Geistes in unserem Leben, in der Gesellschaft und in der Kirche. Befinden wir uns doch in der Zeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten.

Ja, die Bitte um Gottes Geist haben wir bitter nötig. Fühlen wir uns doch ausgelaugt, leer, erschöpft, sind resigniert. Die Pandemie begleitet uns schon über ein Jahr und die Sorgen darum beugen unsere Rücken und beschweren unsere Seelen.

Jesus spricht von Strömen lebendigen Wassers, die von denjenigen ausgehen, die an ihn glauben.

Fliessen, Fruchtbarkeit, Aufblühen, Wachsen, Leben- es ist das Gegenteil von dem, wie wir uns fühlen.

Wasser hilft gegen den Durst und ist lebensnotwendig. Es geht um etwas, das wir zum Leben brauchen, sonst haben wir Not.  

Wer an Jesus glaubt, hat Hoffnung und auch Zuversicht. Vertrauen ins Leben, in die Zukunft.

Von der Hoffnung gehen die Gedanken zum Glauben und der Gewissheit, dass Gott unsere Wege mitgeht und das Beste für uns Menschen will.

Unser Glaube schenkt uns die Zuversicht darauf, dass uns alles vergeben ist und dass wir wertvoll in Gottes Augen sind.

Unser Glaube macht uns lebendig. Wir gehen mutiger durchs Leben, mit offeneren Augen für andere. Gottes Geist wirkt in uns, fliesst durch uns durch, strömt, schafft Lebendigkeit.

Es bleibt uns nichts anders als um Gottes Geist zu bitten. Mit brennendem Herzen und Leidenschaftlichkeit.

In der Stille angekommen, leg ich meine Masken ab, und ich sage Gott ganz ehrlich, was ich auf dem Herzen hab, heisst es in dem schönen Lied vom Anfang.

Am Sonntag Exaudi geht es ums Hören. Aufs Hinhören da, wo Gott seine Spuren in dieser Welt hinterlässt.

Hören wir heute auch auf den 27. Psalm, den Wochenspruch:

Gott ist mein Licht und mein Heil,

vor wem sollte ich mich fürchten?

Gott ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?  Amen

 

Amen

Andacht zum Sonntag, den 09. Mai 2021

Leider wird es am Sonntag noch keinen Gottesdienst vor Ort geben.
Stattdessen wird auf Youtube wieder eine gefilmte Andacht veröffentlicht.

Unter dem folgenden Link wird das Video am Sonntag freigeschaltet:

Klick

Predigt zum 4. Sonntag nach Ostern Kantate, 02.05.2021

Von Pastor i.R. Wolfram Wiemer

Liebe Gemeinde!

„Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön!“

Heute ist der Sonntag „Kantate“, zu deutsch: „Singt.“

Wir würden im Gottesdienst viele schöne, schwungvolle Lieder aus vollem Herzen singen oder in dieser besonderen Zeit wenigstens hören.  Das ist das Markenzeichen dieses Sonntages: Singen oder der Musik zuhören, damit die Seele durchatmen kann. Es wäre so wichtig gerade in dieser Zeit.

Singen, musizieren, tut gut. Singen und musizieren lässt uns durchatmen.

„Du, meine Seele, singe, wohlauf und singe schön!“

Weiterlesen: Predigt zum 4. Sonntag nach Ostern Kantate, 02.05.2021

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